EUATC 2017 in Berlin

EUATC Konferenz ’17 in Berlin – Tanz der Übersetzungsindustrie

Es war unsere erste EUATC Konferenz, aber sicher nicht die letzte. Nicht nur die Präsentationen und die Keynote waren spitzenklasse, sondern auch die Teilnehmer und die Stimmung. Und unser Beitrag wurde beifällig aufgenommen. Aber fangen wir von vorne an…

Vom 19.-21. April wurde getagt, diskutiert und – ja – auch getanzt. Übersetzungsdienstleister aus ganz Europa waren zusammengekommen, um im Steigenberger am Kanzleramt in Berlin Tacheles zu reden. Und das taten sie dann auch! Für mich bedeutete das vor allem spannende Gespräche und neue Kontakte. Mein besonderer Dank für die exzellente Planung, Organisation und Unterstützung geht an Werner Liertz (Kocarek), ohne den ich die Konferenz nicht gekannt hätte, Ute Leinhäuser (QSD), Geoffrey Bowden (EUATC) sowie das gesamte Organisationsteam. Gut gemacht!

EUATC-Unterlagen
EUATC-Unterlagen

 

Gelungener Start

Wiebke Schulz (Leadership and Humor) stellte zu Beginn des ersten Tagungstags den Zusammenhang zwischen guter Führung und dem Erfolg eines Unternehmens her, eine wichtige Botschaft: „Nehmt euch selbst nicht zu ernst.“ Für uns Deutsche manchmal gar nicht so leicht. Dann wurde es etwas komplexer. Mit dem Beitrag ‚Non-Financial Performance Measures as drivers of future profitability‘ traf Isabelle Moore (Comtec Translations) vor allem den Nerv der anwesenden Geschäftsführer. Wissen ist Messen, so Ihre Devise in Kürze. Das können wir nur unterstreichen, die Betrachtung relevanter KPIs ist in allen Bereichen des Geschäftslebens zu empfehlen. Die Frage, ob sich das Messen auch auf die Anzahl der getrunkenen Heißgetränke im Office erstrecken sollte, sollte wahrscheinlich jeder für sich selbst beantworten ;-).

Ruth Partington (RP Translate) verglich standardisierte Übersetzungsdienstleistungen mit einer ägyptischen Pyramide, bei der die komplexesten und auch teuersten Dienstleistungen an der Spitze stehen. Schöne Allegorie gut auf den Punkt gebracht. Ein gänzlich kostenloser Ratschlag von ihr an die versammelte Übersetzergemeinde: ‚Verkauft euch nicht unter Wert oder ‚umsonst‘, denn dann verliert euer Service für den Kunden mitunter auch den Wert.‘

Technik, die begeistert

Am Nachmittag wurde es technisch und prozessig: Gerd Janiszewski (Across) erklärte uns in seinem Vortrag ‚5 things you should know about a TMS manufacturer‘, warum ein CAT-Tool-Hersteller so tickt, wie er eben tickt. Alex Babaryko (smartCAT) zeigte uns in ‚AI to meet the post-CAT tool challenge‘, wie Künstliche Intelligenz Anwendung findet und wohin die Reise geht.

Die Prozess-Seite der Systemauswahl wurde von Kerstin Berns im BLC-Beitrag ‚ Next. System Change as Opportunity‘ beleuchtet. Haupt-Message: Die Systeme sind zwar wichtig, aber Prozesse und Anforderungen im Unternehmen sind wichtiger. Deshalb sollten diese bei einem Systemwechsel immer zuerst betrachtet werden, damit das ausgewählte System am Ende (besser) zu den Zielen des Unternehmens passt. Außerdem sollten alle Prozess-Seiten betrachtet und alle relevanten Personen in ihren Rollen dazu befragt werden. Mühsam aber nützlich und am Ende auch gelebtes Change-Management.

blc-Vortrag auf der EUATC: Next! System Change as Opportunity
Next! System Change as Opportunity

 

Party und Haare färben

Mit abschließenden Worten von Heike Leinhäuser, der QSD-Präsidentin ging ein spannender erster Tag zu Ende – HALT – nicht ganz! Es wurde noch gefeiert! Im nahegelegenen Zollpackhof gab es nicht nur leckeres Essen sondern auch gute Musik und Tanz bis in die frühen Morgenstunden. So mach eine(r) tanzte nach einigem Sträuben am Ende auch noch mit ;-).

Kerstin Berns & English Business Team
Almost Party-Time – mit der großartigen EnglishBusiness Crew (von links: Kerstin, Alex, Heike und Nina)

 

Geoffrey Bowden (ATC und EUATC General-Sekretär) nutzte die gesellige Runde um für seine Spendenaktion zugunsten der Übersetzer ohne Grenzen zu werben und es kam so viel zusammen, dass am Ende der Veranstaltung seine Haare Lila gefärbt wurden! Bravo Geoffrey!

Müde, Lustig, Mutig

Die wirklich gelungene Feier trug dazu bei, dass am nächsten Morgen einige Teilnehmer (ich inklusive) etwas müde aus der Wäsche schauten. Die Keynote half über die Schlaflosigkeit hinweg, denn Andrew Hickson brachte uns mit viel Humor nahe, warum die Übersetzungsindustrie eigentlich ideal ist, um mit dem Isolationismus aufzuräumen. Eine gelungene Werbung auch für sein Herzensprojekt Übersetzer ohne Grenzen, für das er sich auf der diesjährigen GALA sogar seinen Bart abrasieren ließ (Deine Mutter wird es Dir danken, Andrew ;-).

Pausengespräche
Gute Pausengespräche mit netten Leuten

 

Daten sicher? Sicher!

Dr. Ralf Rieken (Uniscon GmbH) behandelte in seinem Vortrag ‚Secure collaboration and data exchange via the Web – what should you know?‘ die Datensicherheit in der Cloud und bewarb seinen Cloud-Service für Datenaustauch und Zusammenarbeit im Netz. Gleich danach gab es einen Schreckensstory: Marta Argao (Inpokulis) zeigte mit ihrer Geschichte sehr mutig und klar, warum man die eigene Datensicherung im Unternehmen sehr, sehr ernst nehmen sollte. Sie und Ihr Unternehmen waren mit Hilfe eines Ransom-Virus erpresst worden und hatten dabei nicht nur Nerven sondern auch Daten verloren. Ein anschaulicher Schauerbericht für alle Tagungsteilnehmer, die sich eifrig notierten, die eigenen Datensicherheitssysteme und –prozesse einem strengen Audit zu unterziehen.

EUATC: Backup Your Stuff!
Backup Your Stuff!

 

Hiernach war für mich leider der Moment des Aufbruchs gekommen, aber es gab noch viele spannende Beiträge, die ich gerne gehört hätte und ich komme sehr gerne wieder – auch (aber nicht nur) um mit euch zu tanzen 🙂

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