Lehnwörter – Wohin geht die Reise?

Lehnwörter – Wohin geht die Reise?

In unserem Blog Lehnwörter im Deutschen: Massel oder Schlamassel? haben wir uns mit Lehnwörtern, die aus allen möglichen Sprachen ins Deutsche übernommen wurden, beschäftigt. Heute schauen wir, wohin die Reise geht und welche Neologismen in Zukunft unsere Sprache bereichern werden.

Neue Lehnwörter im Deutschen

Sprechen wir bald alle nur noch Englisch? Wenn man nur auf die Verteilung der Neologismen im Deutschen schaut, ist dies zu befürchten: Im Neologismenwörterbuch von OWID, dem Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch des Instituts für Deutsche Sprache (IDS), sind mehr als die Hälfte aller Neologismen der letzten Jahre englischer Herkunft. Dazu zählen die Vlogs, das Prepping, das Mining und das Fillypferdchen, die zum großen Teil sogar schon den Einzug in den Duden gehalten haben. Die restlichen Neologismen im OWID sind deutsche Neuschöpfungen, z. B. Videosprechstunde, Integrationsschutzgesetz oder Glubschi. Auch Lehnwörter aus anderen Sprachen sind im Neologismenwörterbuch vereinzelt zu finden, z. B. die Balayage. In der neuesten Auflage des Duden überwiegen ebenfalls die Anglizismen, aber auch das dänische „Hygge“ ist hier zu erwähnen.

Die Entwicklung von Anglizismen

Fest steht, dass Anglizismen eine immer größere Rolle in der deutschen Sprache spielen. Heutzutage werden laut einer Studie des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) auch kaum noch Anglizismen eingedeutscht, sprich, an die deutsche Rechtschreibung angepasst (z. B. die Änderung von Ketchup zu Ketschup). Grund dafür sind die gesteigerten Englischkenntnisse der deutschen Bevölkerung. So geht der Anglizismus des Jahres 2021, „boostern“, heutzutage fast jedem – ob Befürworter oder Gegner der Auffrischimpfung – leicht von den Lippen.

Anglizismen – alles nur Fast Fashion?

Um die deutsche Sprache muss sich trotzdem niemand Sorgen machen: Es bleibt dabei, dass ein Großteil der Anglizismen Modeerscheinungen bleiben und ein eher kleinerer Teil langfristig in den deutschen Sprachgebrauch übergeht. Auch die Wahl zum Jugendwort 2022 zeigt, dass die moderne Sprache nicht nur vom Englischen geprägt ist: Zur Auswahl stehen neben Anglizismen wie „Smash“ und „Slay“ auch Kandidaten wie „Macher“ oder „bodenlos“. Lehnen Sie sich also zurück und genießen Sie „gechillt“ ein paar überzogene Beispiele für die Verdenglischungen des Alltagsdeutschs: „Anglizismen gone wild: Wenn Denglisch Überhand nimmt“ oder auch „Ich bin nicht fein damit“!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und stehen für sprachliche, terminologische und „sprachprozessige“ Fragen für Sie bereit – oder ganz modern:

Wir languagen das für Sie!


Beitragsbild: „Office Word Cloud“ von Vera Kratochvil. Lizenz: CC0 1.0.

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