Tatsiana: „Was mache ich eigentlich bei blc?“ (Vol. 2)

Ab und an schreiben wir von blc darüber, was unseren Beruf ausmacht und welche Aufgaben wir tagtäglich bewältigen. In meinem allerersten Blogbeitrag ging es darum, wie sich meine berufliche Laufbahn durch den Start bei blc in eine ganz neue Richtung entwickelt hat und welche Tätigkeitsfelder mich erwarten. Jetzt, einige Projekte und Meilensteine später, wage ich ein Zwischenfazit. Eins schon mal vorweg: Langweilig wurde es bisher nicht!

Sprachprozess… Beraterin?

Meine Kollegen und ich haben uns darauf geeinigt, uns als Sprachprozessberater zu bezeichnen. Denn der Fokus unserer Arbeit ist es, die Prozesslandschaft rund um mehrsprachige Contenterstellung eingehend unter die Lupe zu nehmen. Ich helfe unseren Kunden bei der strategischen Planung, Erstellung der SOLL-IST-Analysen, Gestaltung von zukunftsfähigen Abläufen und natürlich auch bei deren Umsetzung. Je nach Projekt wären auch Jobbeschreibungen wie „Lokalisierungsstratege“, „Schnittstellen-Architekt“ oder „Organisationswunder“ angebracht.

Bei der Beratung werden selbstverständlich alle unterstützende Systeme berücksichtigt (CAT-Tools, CMS-Systeme, PIM, DTP, QA-Tools). Doch bevor man mit Systemauswahl und Tool-Verzahnung loslegen kann, müssen alle Schritte und Systeme der Prozesskette solide durchdacht sein. Sonst bereiten sie im Live-Betrieb Kopfschmerzen und greifen nicht reibungslos ineinander. Anders ausgedrückt darf ich als Beraterin vor lauter Bäumen nicht den Wald aus dem Blick verlieren. Erst dann entfaltet die Arbeit aller Beteiligten und auch die Tool-Unterstützung ihr ganzes Potenzial.

In meinem Job muss ich bereit sein, immer wieder neue Wege zu gehen und manchmal auch ganz von vorne zu beginnen. Es geht dabei spannend und turbulent zu, und kein Projekt gleicht dem anderen. Die einzige Konstante lautet: „Es gibt keine Konstanten“. Ständig kommen neue Technologien auf den Markt und ich setze mich intensiv mit Themen wie  neuronaler maschineller Übersetzung und künstlicher Intelligenz auseinander, um unseren Kunden stets die nötige Wissenstiefe zu bieten.

Manche Themen sind nicht nur in Kundenprojekten wichtig, sondern für interne Abläufe entscheidend. Dazu gehören für mich vor allem Wissensmanagement und Datenschutz. Kennen Sie den modernen englischen Aphorismus „We’re drowning in data but starved for wisdom“? Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht so sein darf. Um dem entgegenzuwirken, müssen wir unsere Datensammelwut zügeln und alle Datenströme lückenlos beschreiben und analysieren. Durch Klassifizierung und Nachverfolgung aller Daten werden dabei fast wie von selbst Datenschutzmaßnahmen sauber umgesetzt.

Es kommt noch mehr

Doch die Bezeichnung „Sprachprozessberatung“ beschreibt nicht die gesamte Bandbreite meiner Aufgaben. Tatkräftige Unterstützung der Kunden bei ihrem Tagesgeschäft gehört ebenfalls dazu:

  • Terminologiemanagement – zusammen mit meiner Kollegin Jenny Seidel unterstütze ich unsere Kunden bei der Erarbeitung oder Überarbeitung ihrer mehrsprachigen Unternehmensterminologie. Diese hat einen entscheidenden Einfluss auf inhaltliche Richtigkeit, Konsistenz und Textgüte des Corporate Contents und somit auch auf das Image des Unternehmens.
  • Sprachqualitätssicherung – ich wirke außerdem an einem Kundenprojekt für die Qualitätssicherung von Ausgangstexten mit. Bevor Inhalte aller Art in die Übersetzung gehen, prüfe ich sie mithilfe von dedizierten Tools auf sprachliche Korrektheit und auf die Einhaltung terminologischer und stilistischer Vorgaben.
  • Training – über Schulungen, Workshops und Webinare teile ich mein Wissen und lege komplexe Sachverhalte wie beispielsweise Übersetzungsmanagement oder Prozessautomatisierung strukturiert dar. Unsere Basis-Webinare sind sogar kostenfrei.

Teilnahme an Konferenzen, Tagungen, Nutzertreffen usw. ist ebenfalls sehr wichtig, um in der Branche mitreden zu können. Hier bringe ich mich mit meinem Know-how auch sehr gerne ein – als Redner und Diskussionsteilnehmer. Vor einer Woche referierte ich auf dem Wordbee Build the Foundation Meeting in Brüssel zum Thema „Algorithms in the content industry – How much automation makes sense“. In dem Vortrag ging es darum, was die Automatisierung bereits bewirken kann, welche Trends sich in der Entwicklung abzeichnen und welche Rolle der Mensch weiterhin spielt.

Zukunftsmusik

Durch rasante technologische Entwicklung erlebt die Content-Industrie einen regelrechten Boom und wird immer bunter. Auf absehbare Zeit wird meine Unterstützung dringend gebraucht, um mehr Ordnung in diese komplexe und bisweilen chaotische Welt zu bringen. Ich mag die Vielfalt meiner Aufgaben sehr und bin mir sicher, dass ich in ein paar Jahren viel Neues zu meinem sich stets wandelnden Berufsbild berichten kann.

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