tekom-Jahrestagung 2017

Mittendrin im Trubel: Das war unsere tekom-Jahrestagung 2017

Diese Woche stand bei blc im Zeichen der tekom-Jahrestagung 2017: Unsere Experten haben drei Fachvorträge gehalten, dutzende Vorträge und Tool-Präsentationen besucht und unzählige Termine mit Kunden und Ausstellern wahrgenommen. In diesem Beitrag haben wir unsere persönlichen Eindrücke zu diesem spannenden Event zusammengetragen.

Kerstin Berns

Kerstin BernsWo fange ich an? Wieder mal habe ich so viel gesehen, gesprochen und gehört, dass es mir schwer fällt, mich kurz zu fassen. Mein Fokus in diesem Jahr waren ganz klar unsere Kunden und Partner. So manche Pläne wurden geschmiedet und neue Ziele gesteckt, die Kommunikation stand stark im Vordergrund – bis mir die Stimme versagte. Nach einem tollen ersten Tag bekam ich kein Wort mehr heraus. Das hinderte mich zwar nicht daran, meinen Vortrag „Dashboards gibt’s wie Sand am Meer. Aber wozu eigentlich?“ am Mittwochmorgen im Flüsterton in ein Mikro zu hauchen, machte den Rest des zweiten Tages aber bezüglich Kommunikation schwieriger. Gott sei Dank waren die Teilnehmer meines Vortrags nicht abgeschreckt, sondern konnten gut folgen und haben sogar Lob gespendet, das hat mich natürlich sehr gefreut. Umso mehr, als ich parallel gegen den tekom-Dokupreis ansprechen musste, ein sehr undankbarer Präsentationsslot („hint, hint“, tekom-Tagungsplanung!).

Am tollsten aber fand ich, dass die beiden Vorträge von Christiane mit Christina Bunge von BMW und Jenny so stark besucht waren, dass die Leute stehen mussten und es so viel gutes Feedback dazu gab. Danke die Damen, ihr rockt! In Summe fand ich die tekom-Jahrestagung 2017 großartig, bunt und kommunikativ – mit und ohne Stimme.

Jenny Seidel

Jenny SeidelAm Dienstag stand für mich mein Vortrag „So prägt Terminologie-Abstimmung die Corporate Identity“ im Vordergrund. Der kleine Raum hat sich mit insgesamt 130 Zuhörern gefüllt und sogar ein Kameramann ist vorbeigekommen. Es war für mich sehr spannend, meine Erfahrungen zur Vereinheitlichung von Technik- und Marketingterminologie weiterzugeben und Rückmeldungen „direkt von der Quelle“ zu bekommen. Die meisten Fragen stammten von technischen Autoren, die sich tagtäglich mit dem Thema beschäftigen, wie sie mit den Namings umgehen sollen, die Marketing ihnen oft vorgibt (und dann gerne einen Monat später wieder ändert). Die Antwort kann dabei für uns nur lauten, dass es sich nachhaltig rentiert, alle Abteilungen ins Boot zu holen und gemeinsam an der Corporate Identity zu arbeiten.

Nach meinem Vortrag ging es mit interessanten Gesprächen mit Toolherstellern und Kunden weiter. Diese konnte ich am Mittwoch fortführen, umrahmt von lehrreichen Vorträgen. Dazu zählten natürlich Kerstins Flüster-Vortrag zum Thema Dashboards, Christianes und Christinas BMW-Partner-Vortrag, aber auch weitere interessante Terminologievorträge: Ein Partnervortrag von STAR und der SBB („Terminologie via Crowdsourcing? Zweigleisiges Terminologiemanagement innerhalb eines Systems“) und der tekom-Term-Hack als Höhepunkt des Nachmittags. Es ist schön zu sehen, dass das Bestreben, eine Terminologiedatenbank für die technische Kommunikation aufzubauen, auf positive Resonanz stößt und dass die Zuhörer begeistert über begriffliche Feinheiten diskutiert haben.

Christiane Mieth

Christiane MiethDie diesjährige tekom-Jahrestagung stand für mich im Zeichen des Austauschs. Ich habe mit Kunden über die nächsten Projekte gesprochen, bei den Ausstellern schon einmal nach möglichen Lösungen gesucht, neue Kontakte geknüpft und vorhandene Kontakte miteinander vernetzt. Die tekom-Jahrestagung ist für mich die ideale Plattform, einen großen Teil aller Prozessbeteiligten an einem Platz zu treffen. Keine Umwege über Telefon oder E-Mails, die nicht beantwortet werden. Einfach der direkte Kontakt – wunderbar! Zusammen mit Christina Bunge vom BMW Group Aftersales habe ich unser Herzensprojekt der Sprachqualitätssicherung in der Ausgangssprache vorgestellt. Es ist nicht immer leicht, die über 300 Redakteure des „Konzern-Kolosses“ BMW von guter Textqualität zu überzeugen. Aber durch gute Prozesse und Beharrlichkeit schaffen wir das!

Tatsiana Bilimava

Mein persönliches Highlight bei dieser vielfältigen Veranstaltung war das Gründungstreffen der Across-Anwendergruppe. Engagierte und erfahrene Anwender aus der Industrie und der Dienstleisterbranche setzen sich künftig regelmäßig zusammen, um die Features und Workflows vom Across Language Server zu besprechen und Verbesserungsvorschläge herauszuarbeiten. Einige interessante Punkte hierzu haben sich schon bei dem informellen Erfahrungsaustausch herauskristallisiert. Im Februar trifft sich die Anwendergruppe wieder zu einem Arbeitstreffen – ebenfalls in Stuttgart. Abgesehen davon richtete ich mein Augenmerk vermehrt auf die neuesten Trends bei der Sprachqualitätssicherung, Content-Strategie und Systemintegration. Ausführungen dazu würden den Rahmen dieses Beitrags definitiv sprengen, aber nun gilt es für mich, gewonnenes Wissen zu strukturieren und es möglichst nutzbringend an unsere Kunden weiterzugeben.

Christian Eisold

Neben vielen interessanten Gesprächen mit Systemherstellern habe ich meinen Tag auf der Tekom genutzt, um mich über aktuelle Entwicklungen zum Einsatz von Metadaten in der technischen Dokumentation zu informieren. Hier hat sich gezeigt, dass Klassifikationsverfahren, wie sie auch zur Entwicklung von Spamfiltern oder Textsortenklassifikation zum Einsatz kommen, bei der automatischen Klassifikation von Dokumenttypen im Rahmen des Dokumentstandards iiRDS Anwendung finden. Darüber hinaus konnte ich erfahren, wie der Auswahlprozess von relevanten Metadaten im konkreten Unternehmensprozess von statten geht. Da das Terminologiemanagement einen der Schwerpunkte bei BLC darstellt, war ich besonders gespannt auf die erweiterten Möglichkeiten, welche im Rahmen von Managementsystemen mit taxonomischer Ausrichtung geboten werden. Die hierarchische, visualisierte Anordnung von klassischen Termkonzepten ist zum einen ein Feature, das es dem Terminologen erleichtert, semantische Verbindungen zu Konzepten zu erkennen, was u.a. die Erstellung von Definitionen erleichtert. Diese Darstellungsweise eröffnet jedoch auch  neue Möglichkeiten, von ‚oben‘ auf den Termbestand zu schauen, und Lücken in der konzeptuellen Landschaft zu erkennen, was letztendlich zur Vollständigkeit der Terminologie beiträgt. Sind die Konzepte in Hierarchien oder Netzwerken angelegt, lassen Filtermechanismen und Logiken (sog. ‚Reasoning‘) sogar Rückschlüsse zu, welche im Rahmen von semantischen Suchen verwendet werden können. Die klassischen Terminologieverwaltungs-Tools haben aus meiner Sicht noch eine Gnadenfrist, können aber mit dem Mehrwert von taxonomischen Tools nicht mithalten, denn sie schließen den Kreis, um die immer wichtiger werdenden Metadaten – ob nun auf Dokument- oder Termebene – sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Fazit

Die tekom-Tagung ist und bleibt ein absolutes Muss für alle Fachbesucher und Forscher, die sich mit Themen wie technische Dokumentation, technisches Marketing, Sprachtechnologien, Lokalisierung, visuelle Kommunikation und intelligente Information auseinandersetzen. Es ist unmöglich, alle Stände, Vorträge, Tutorials und Workshops zu besuchen, aber jeder von uns kehrt mit einer Fülle von wertvollen Informationen, Impulsen und Denkanstößen zurück. Auch nächstes Jahr sind wir garantiert wieder dabei!

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