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Strategie f├╝r Sprachprozesse im Unternehmen festlegen, das ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. Wir erstellen laufend Strategien, z.B. Anlagestrategien um unser Geld zu mehren oder Ern├Ąhrungsstrategien um ges├╝nder oder schlanker zu werden. Eine Strategie f├╝r die Sprachprozesse im Unternehmen sorgt daf├╝r, dass wir die richtigen Sprachen-Themen in die richtige Richtung treiben. Mit Hilfe einer Strategie kann leicht entschieden werden, ob z.B. ein ├ťbersetzungsmanagement-System angeschafft wird, Terminologie-Workflows auf- oder ausgebaut werden oder Maschinelle ├ťbersetzung zum Einsatz kommt.

Mit einer strategischen Ausrichtung bei der Beantwortung solcher Fragen tragen wir optimal zum Unternehmenserfolg bei. Dass dabei andere Faktoren zum Tragen kommen, als bei einer einfacheren Ern├Ąhrungsstrategie, ist logisch.

Noch mal kurz auf Anfang: Was hei├čt denn Strategie ├╝berhaupt und wo kommt das Wort her?

Der Begriff ÔÇ×StrategieÔÇť geht auf das griechische Wort ÔÇ×strategosÔÇť zur├╝ck und setzt sich aus den beiden W├Ârtern ÔÇ×stratosÔÇť (Heer) und ÔÇ×ageinÔÇť (f├╝hren) zusammen. Strategos hie├čen im antiken Griechenland die obersten Heerf├╝hrer. (Quelle St. Galler Business School)

Der Begriff ‘Strategie’ ist also martialisch gepr├Ągt! Das passt insofern gut, als etwas Kampf- und Eroberungsgeist sowie ganz viel Durchhalteverm├Âgen sehr n├╝tzlich sind, um eine Strategie zu entwickeln und zu verfolgen. Und auch wenn akademische Schriften zu Strategie sich immer noch mit ‘Kriegsszenarien’ auseinandersetzen, so geht die heutige Umsetzung von Strategie in eine konstruktivere und friedlichere Richtung. Am Ende wollen wir nicht erobern, sondern ├╝berzeugen und zwar mit Ergebnissen!

Die eine oder keine Strategie?

Um es vorwegzunehmen: Es gibt weder die eine, noch gibt es die beste Strategie. Und alles ist besser als gar keine Strategie!

In vielen Unternehmen gibt es meist bereits umfangreiches Material zur high-level Unternehmensstrategie, d.h. Vision, Mission, Werte und strategische Leitlinien stehen Unternehmens-├╝bergreifend fest. Leider sind diese Aussagen h├Ąufig zu abstrakt, so dass ein Zusammenhang zur eigenen T├Ątigkeiten nicht immer deutlich wird.

Da haben wir bereits die erste, wichtige Aufgabe bei der Gestaltung einer Sprachprozess-Strategie f├╝r das Unternehmen: Die Unternehmensstrategie sollte unbedingt als Ankerpunkt verwendet werden, um die Sprachprozess-Strategie darauf auszurichten.

Bei der Ausrichtung der Sprachprozess-Strategie auf die Unternehmensstrategie sollte man sich stets die Frage stellen, ob die Sprachprozess-Strategie auf die Unternehmensstrategie einzahlt!

Aber wie fange ich mit Strategiearbeit an?

Erste entscheidende Frage hier ist, wie das grunds├Ątzliche Vorgehen bei der Strategiegestaltung sein soll. Wird die Strategie “top down” vom Management und einem kleinen Kreis festgelegt und den Mitarbeitern vorgegeben? Oder d├╝rfen Vertreter von Mitarbeitern, internen Kunden und Partnern, wie Einkauf oder IT, “bottom-up” die Strategie mitgestalten?

Spoiler-Alert: Wenn die Unternehmenskultur es zul├Ąsst, dann ist ein “bottom-up” Strategie-Prozess mit Vertretern aller relevanten Stakeholder-Gruppen empfehlenswert, denn so wird parallel bereits der notwendige Change-Prozess initiiert, der f├╝r die erfolgreiche Umsetzung einer Strategie erforderlich ist.

Strategiearbeit profitiert n├Ąmlich von unterschiedliche Sichten und Wissen aus dem Unternehmen und von au├čen (vom Markt, von Experten). Wenn man so vorgeht m├Âchte, sollte man sich zun├Ąchst dar├╝ber Gedanken machen, wen man im Strategie-Team braucht. Au├čerdem braucht man nat├╝rlich immer Management-Unterst├╝tzung wenn man eine Strategie erfolgreich umsetzen m├Âchte. All das findet man am leichtesten in einer Stakeholder-Analyse heraus! 

Wenn das Team feststeht und alle Beteiligten Feuer und Flamme sind, kann die eigentliche Strategie-Arbeit beginnen. 

Ja, Strategie ist Arbeit, aber wichtige Arbeit!

Eine Strategie schüttelt man nicht aus dem Ärmel, es braucht Zeit, sich über externe und interne Faktoren, die eine Strategie beeinflussen, Gedanken zu machen, die Unternehmensstrategie zu berücksichtigen, die relevanten Stakeholder zu befragen und strategische Ziele zu formen. Auch die Vision, also der Nordstern, das, wo die Strategie langfristig hinzielt ist nicht mal eben schnell gemacht.

Ein Tipp hier: Es lohnt sich nicht, sich in Wortklaubereien verlieren, auch wenn wir Sprachler:innen das so gerne tun ;-). Eine Strategie muss nicht sch├Ân sein, rei├čerisch klingen oder perfekt formuliert sein, sie muss vor allem funktionieren. Und eine Strategie funktioniert, wenn alle Mitarbeiter sie als klaren Handlungsrahmen verstehen und sich in ihrem Tun auf die formulierten strategischen Ziele beziehen k├Ânnen.

Nehmen wir an, ein strategisches Ziel der Sprachabteilung besteht darin, Sprachprozess-Automatisierung zu f├Ârdern, um ├ťbersetzungsvolumina schneller bew├Ąltigen zu k├Ânnen. In diesem Fall ist eine Entscheidung, maschinelle ├ťbersetzung einzuf├╝hren keine individuelle Entscheidung sondern strategisch begr├╝ndet, denn sie zahlt auf das strategische Ziel ein.

Noch besser: Wenn eines der Unternehmensziele darin besteht, interne Prozesse 20% effizienter zu machen, dann ist dieses Ziel sogar direkt mit diesem Unternehmensziele verkn├╝pft und im Unternehmen verankert. Solche Nachweise sind in Verhandlungen mit dem Management, z.B. f├╝r Budget bei der Einf├╝hrung von ├ťbersetzungssystemen, neben guten Business Cases unschlagbar.

Es gibt nichts (strategisch) Gutes, au├čer man tut es

Keine Strategie zu haben, ist ungl├╝cklich, denn es bedeutet, dass Menschen ohne Ziele, im schlimmsten Fall in gegenl├Ąufige Richtungen arbeiten.

Eine Strategie soll aber gar nicht kompliziert sein sondern sich sich auf die wesentlichen Ziele konzentrieren! Wenn es zu viele strategische Ziele gibt, verliert man den Fokus und es entsteht Unzufriedenheit, weil nicht alles gleichzeitig erreicht werden kann.

Gegen Unzufriedenheit und f├╝r maximalen Fokus sollten die strategischen Ziele deshalb auch in kleine Scheiben geschnitten werden, denn strategische Ziele wirken langfristig (2-4 Jahre).

Am besten geht das, in dem aus den strategischen Zielen operative Ziele abgeleitet werden, die kurzfristiger wirken (Monat, Quartal, Jahr). Diese m├╝ssen dann verfolgt und regelm├Ą├čig besprochen werden, deshalb sollte jemand f├╝r die ├ťberwachung der Ziele (nicht die Erreichung, daf├╝r ist jede:r Einzelne verantwortlich) verantwortlich zeichnen. Das sorgt daf├╝r, dass die strategischen Ziele am Ende erreicht werden und die Energie dabei nicht verpufft.

Und wie setzt man Strategiearbeit am besten um?

Ich pers├Ânliche bevorzuge f├╝r die Strategie-Arbeit sowohl f├╝r andere Unternehmen als auch bei blc agile Methoden: Ich baue gerne eine Strategy Map f├╝r die Strategische Zieldefinition, Vision und Mission, verwende Kanban f├╝r die operative Umsetzung und plane Strategie Sprints und Squads. In digitalen Strategie Workshops arbeite ich gern mit Miro oder ├Ąhnlichen Tools. Aber Strategiearbeit kann auch ganz klassisch ablaufen, mit Excel, MS-Project und PowerPoint oder als Mischform. Die Wahl der Mittel h├Ąngt stark von Unternehmen, Strategie-Team und Unternehmenskultur ab, ist aber nicht entscheidend f├╝r den Erfolg. 

Das Wesentliche ist, dass die Ergebnisse ├╝berzeugen und die Strategie f├╝r alle verst├Ąndlich und nachvollziehbar ist. Dann wird die Strategie einen so starken ÔÇÜZugÔÇś entwickeln, dass sie alle in Richtung Vision mitnimmt!

Auf der XTM Live 2023: The Translation Technology Summit k├Ânnen wir uns auch gerne strategisch austauschen. Vereinbaren Sie einen Termin mit mir, dann nehme ich mir die Zeit f├╝r ein ganz pers├Ânliches Gespr├Ąch.

Bild: JESHOOTS.COM auf Unsplash

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