Warum feiern wir eigentlich Karneval?

Warum feiern wir eigentlich Karneval?

Auch dieses Jahr ist Karneval nicht so, wie wir es gerne hätten. Nichtsdestotrotz ist heute am 24. Februar Altweiberfastnacht. Das Start-Datum des Straßenkarnevals ist jedes Jahr anders, immer gleich bleibt aber der Start in die 5. Jahreszeit: 11.11. um 11 Uhr 11. Warum ist das so? Woher kommt der Karneval und – warum feiern wir das überhaupt? Das lesen Sie hier.

Die Wiege des Karnevals

Liegt laut Wikipedia in Mesopotamien, wo bereits vor 5.000 Jahren Karneval gefeiert wurde und zwar in Form eines 7 tätigen Festes nach Neujahr. Hier galt vor allem das Gleichheitsprinzip – alle waren in dieser Zeit einander gleich gestellt, Herren wie Diener, Frauen wie Männer. Außerdem durfte niemand bestraft werden und es wurde Essen und Trinken in Hülle und Fülle bereitgestellt. Dies sind bis heute Grundprinzipien des Karnevals. Auch die Ägypter und andere Hochvölker feierten Frühlingsfeste in ähnlicher Form.

Karneval hierzulande

Bei uns in Europa hat sich der Karneval erst ab dem Mittelalter mit dem kirchlichen Ritual der Fastenzeit etabliert. Erste Erwähnung des Karneval – auch Fastnacht genannt – findet man in der Speyerer Chronik von 1612, dort ist zu lesen: „Im Jahr 1296 hat man Unwesen der Fastnacht etwas zeitig angefangen (…)“ 1341 wird das Wort Fastelovend (aus dem Kölschen: Fastnacht) im so genannten Eidbuch der Stadt Köln zum ersten Mal erwähnt. Was aber war der Sinn für die Einführung des Karneval? Vor Beginn der vierzig-tätigen Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und bis Ostern andauert, sollte nochmal ausgelassen gefeiert werden. Das ist auch der Grund, warum der Beginn des Straßenkarnevals fast jedes Jahr an einem anderen Datum ist. Er hängt vom Beginn der Osterzeit ab.

Veganer Mettigel vor der Fastenzeit – Quelle: blc

Aus dem gleichen Grund wurde ursprünglich am 11.11. (am Martinstag) ein zweiter, sogenannter ‚kleiner‘ Karneval gefeiert, nämlich der vor der vierzig-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Hierher stammt die Tradition, dass am 11.11. in vielen Gegenden der Sitzungskarneval beginnt, der den ‚janz jecken‘ Vereinskarnevalisten vorbehalten ist. In anderen deutschsprachigen Regionen ist der Dreikönigstag, also der 6.1., Start der Karnevalszeit.

Karneval, Fasching, Fasnacht, Fastelovend  – was ist richtig?

Richtig gibt’s hier nicht: Der Karneval ist so vielfältig wie unsere Bundesländer und lebt nicht nur vom Dialekt sondern auch von den Besonderheiten der Bewohner. Deshalb gibt es so viele Namen für den Karneval wie es Karnevalshochburgen gibt. Die bekanntesten (unter vielen) in Deutschland sind Mainz (Fasenacht), Düsseldorf und Köln (Fastelovend, Karneval).

Woher kommt das Wort ‚Karneval‘? Die geläufigste Vermutung ist, dass es sich um eine Ableitung vom mittellateinischen carne levare (Fleisch wegnehmen) oder carnelevale als Bezeichnung für die Fastenzeit (Fleischwegzeit) handelt, sehr gut möglich ist auch eine Übersetzung von carne vale im Sinne von Fleisch, lebe wohl!

Helau, Alaaf? Egal – Quelle: blc

Helau oder Alaaf?

Obwohl der Karnevalsgruß Alaaf Deutschland weit bekannt ist – unter anderem aufgrund der notorischen Fernsehübertragungen zahlreicher rheinländischer Sitzungen und Züge – wird er nur im Rheinland ausgerufen. In Düsseldorf hingegen, als rheinländische Ausnahme, ruft man Helau und im restlichen Deutschland fast durchgängig ebenso. Weitere Karnevalsgrüße haben sich an zahlreichen Ortschaften entwickelt, wie z.B. Narri-Narro im süddeutschen Raum.

Die wichtigsten Tage

Der 11.11., Karnevalsdonnerstag (Weiberfastnacht, wo das Weib die Macht hat) und Rosenmontag sind die wichtigsten Tage im Karneval, zumindest bei uns im Rheinland :-). Der Tag des großen Karnevalsumzugs, der mancherorts auch dienstags stattfinden kann, ist der Höhepunkt des Karnevalsgeschehens und ein mediales Ereignis. Aber der wirkliche Karneval findet auf der Straße und in den Kneipen statt. Der Aschermittwoch ist wichtig, weil der Spaß da vorbei ist. Katholische Karnevalisten erhalten das Aschekreuz in der Kirche und die Fastenzeit beginnt. In Köln wird ganz traditionell am Dienstag um Mitternacht eine Strohpuppe, Nubbel genannt, verbrannt, sinnbildlich für alle Sünden des Karneval oder darüber hinaus. In Düsseldorf und niederrheinischen Städten wird zum gleichen Zwecke der Hoppeditz (eine Narrenfigur) zu Grabe getragen. Deswegen begeht man in diesen Gegenden zu Beginn der Karnevalszeit Hoppeditz Erwachen.

Es gibt unzählige Mythen und Geschichten um den Karneval, nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in Europa und in der ganzen Welt. So viele, dass man sie nicht in einem Blog erfassen kann.

Normalerweise würden wir uns an dieser Stelle in unserem Gruppenkostüm zeigen und zum Feiern verabschieden, aber dieses Jahr gibt es einen anderen „Schmankerl“:

Das blc-team wünscht allen Jecken und Jeckinnen eine ausgelassene Karnevalszeit! Und nicht vergessen: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!

Quelle: Wikipedia

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