Jenny: „Was mache ich eigentlich bei blc…?

Jenny: „Was mache ich eigentlich bei blc…?

Eine gute Antwort auf diese Frage zu finden, ist fast so eine spannende Herausforderung wie meine Arbeit selbst. Bei der Berufsbezeichnung Sprachprozessberaterin reichen die Vermutungen von Übersetzerin bis Logopädin. An dieser Stelle enthülle ich mein Geheimnis: Ich unterstützte als Terminologin Unternehmen bei der Festlegung ihrer Unternehmensterminologie, um ihnen Zeit und Geld zu sparen, die Qualität ihrer Texte zu erhöhen und ihre Außenwirkung zu verbessern.

 Wofür braucht man eine „Unternehmensterminologie“?

Das ist häufig die erste Frage, die folgt. Nun, Unternehmensterminologie wird nicht nur ‚gebraucht‘, sondern es ist extrem wichtig für ein Unternehmen, dass sowohl in der Ausgangssprache als auch in den Zielsprachen sorgfältig abgestimmte Fachwörter verwendet werden. Nur dann werden die Texte qualitativ hochwertiger und es verbessert sich erstens die unternehmensinterne Kommunikation durch optimierten Wissenstransfer; zweitens die Kommunikation mit den Kunden in den Märkten auf aller Welt.

Warte ich nun stolz auf eine Reaktion, lautet die häufigste Antwort nach einem längeren Schweigen: „Dann sprichst du sicher viele Sprachen, oder?“ – Nach einem kurzen Zweifel, ob ich meine Botschaft tatsächlich richtig rüber bringen konnte, fahre ich unbeeindruckt fort: Das muss gar nicht sein, wir müssen nicht alle Sprachen selber beherrschen – denn für alles gibt es Experten. Und wir sind die Experten für reibungslose und effektive Prozesse und Systemeinsatz für die Erstellung und Übersetzung von qualitativ hochwertigen und vor allem effektiven Texten.

Was macht man bei der „Terminologie-Arbeit“?

Unsere Aufgaben sind vielfältig. Zunächst geht es in der Regel darum, die bereits verwendeten Fachwörter zu ermitteln, mithilfe von ein- oder mehrsprachiger, toolunterstützter „Terminologie-Extraktion“. Dabei untersuchen wir eine lange Liste von Wörtern auf ihre Termwürdigkeit, wobei wir die Kriterien im Vorhinein sorgfältig mit dem Kunden abstimmen.

Unternehmensterminologie: Mehrsprachige Terminologie-Extraktion mit memoQ (Screenshot)
Mehrsprachige Terminologie-Extraktion mit memoQ

 

Dann sollten die ermittelten Fachwörter mit den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens abgestimmt werden, da es sehr häufig vorkommt, dass für ein und denselben Gegenstand viele verschiedene Benennungen verwendet werden. Die „Terminologie-Abstimmung“ erfolgt z.B. toolbasiert über „Abstimmungsworkflows“, bei denen die Abteilungsvertreter über die Terme diskutieren können. Wir werten die Diskussionen aus und unterstützen in der Festlegung abgestimmter und formal korrekter Fachwörter.

Im Anschluss erfolgt die Aufnahme in die „Terminologie-Datenbank“ und die Suche nach Äquivalenten für alle Unternehmenssprachen, wobei wir uns um die Vermittlung zwischen den beteiligten Personen und um die Pflege der Terminologie-Datenbank kümmern.

Aber irgendwann steht die Unternehmensterminologie doch!

Was ich mache, wenn ich damit fertig bin? Wieder von vorne anfangen, denn „fertig“ ist die Terminologie-Arbeit niemals! Außerdem gliedert sich die Terminologie in die gesamten Sprachprozesse von Redaktion über Übersetzung bis hin zur Publikation ein und nur bei kontinuierlicher Pflege der Terminologie lassen sich die Prozesse nachhaltig verbessern. Um stets einen umfassenden Überblick zu wahren, setze ich mich intensiv mit den verschiedenen Tools für die Terminologie, Ausgangstextprüfung und Übersetzung auseinander. Außerdem bin ich in andere Projekte eingebunden, wie die Sprachqualitätssicherung und das Testmanagement von Übersetzungsworkflows.

Fazit

Ja, Terminologie-Arbeit ist Sisyphusarbeit, aber sie ist auch DER Grundstein für eine solide Unternehmenskommunikation nach innen und außen und alle Dokumentationsprozesse im Unternehmen ranken sich darum. Deshalb bin ich als Terminologin immer im Kern des Geschehens. Gelassen, aber essentiell – das gefällt mir an meiner Arbeit als Terminologin am meisten!

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